Aquarell-Gemälde Passionsblume

Allgemein

Dieser rankender Gigant unter den Passionsblumen (auch als Riesen-granadilla, Königs-grenadille, Giant oder Tumbo- badea bekannt) kann in ihre natürliche Umgebung in Südamerika und der Karibik eine höhe von 50 Meter erreichen. Man möchte kaum glauben dass dies eine echte Blume ist. Im krassen Gegensatz zu den kahlen, mit bis zu 20 cm langen Blättern belaubten Stängeln, stehen die üppigen, rosenrot angehauchten Blüten dieser Pflanze. Sie können einen Durchmesser von 10 cm erreichen. Ein dichter Fadenkranz aus gestreiften schmalen Blättchen, umrahmt einen mächtigen, dreigliedrigen Stempel und 5 Staubgefäße. Nur einen Tag blüht dieses Wunderwerk der Natur. Werden die grünen stempel von Bienen oder Hummeln bestäubt, bilden sich die besondere, bis zu 1 kg schweren rotgelben Maracuja- Früchte. Nicht nur Menschen wissen dieser saftig- aromatischer Frucht zu schätzen. Auch Vögel und Fledermäuse laben sich daran. Markant sind die kräftigen vierkantigen Stängel der Pflanze, worauf sich ihr lateinischer Name bezieht: quadri= Vierkant und angulus= Winkel.

Heilwirkung

Der spanische Arzt Monardes, entdeckte ihre blauer Verwandte (Passiflora caerulea) für die Kultivierung in Europa. Die beruhigende Wirkung der Passionsblume war schon den amerikanischen Ureinwohnern bekannt, die sie als Heilpflanze verwendeten. Auch in unsere Heilpflanzenkunde wird die blaue Passionsblume bei Schlafstörungen eingesetzt. Sie wirkt bei Krämpfe und Angstzustände, sodass sie gegen zahlreiche nervös bedingte Gesundheitsbeschwerden verwendet werden kann.

Christliche Symbolik

Als die blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) nach Europa kam, empfingen die Christen sie ehrfürchtig als Sinnbild der Kreuzigung Christi. Der Klosterschüler Jacomo Bosio wird zugeschrieben sie im religiösen Kontext bekannt gemacht zu haben. So sah man in der Pflanze die ganze Kreuzigungsgeschichte: die 10 Blütenblätter standen für die Jünger Christi, der Fadenkranz erschien als Dornenkranz, im säulenartigen Fruchtknoten sah man der Pfahl der Geißelung, die drei, an den enden verdickten Stempeln standen für die Nägel die Christus am Kreuz hielten und die 5 Staubgefäße symbolisierten die Wundmalen des Erlösers. Die ranken waren die Geißeln, mit denen Jesus geschlagen wurde. Jesuiten- Missionare sahen auf ihre Reisen durch die neuen Welt Eingeborene die Früchte der „ heiligen“ Kletterpflanze essen und interpretierten dies als Hunger nach Christianisierung.

Der Pflanzenmaler Johann Knapp

Johann Knapp (1778-1833) wurde in der Wiener Vorstadt Hundsturm geboren. Sein Vater war Winzer. Bereits im Alter von 13 Jahre lernte er von Johann Baptist Drechsler, das Blumen malen. Dieser war Professor und Direktor an der Manufaktur- Zeichenschule an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Hier wurden Musterzeichnungen für die Porzellanfabrik, die Seidenstickerei, Kunstweberei, für Tapeten und dekorativen Holzschnitzereien erstellt. Er steigerte hierbei der Realismus der Darstellung und die Schilderung der Details. Dies verhalfen seinem Schüler Johann Knapp zu eine profunde Grundlage in der Kunst der Botanischen Illustration. Ab 1804 wurde Knapp Hofmaler des Erzherzogs Anton Viktor, für den er bis zu seinem Tod tätig war. Er erhielt eine Wohnung in Schloss Schönbrunn und konnte in der dortigen Gartenanlage, viele der botanischen Schätze des Kaiserhauses bildnerisch festhalten. Für Erzherzog Johann von Österreich, der ein Pflanzenkundiger Wanderer war, malte Johann Knapp die Wildpflanzen der Alpen. Kenner der Botanischen Illustration lobten „die ans fabelhaft grenzenden, minutiösen Detaildarstellung" in seinen Werke.

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